Bezirk MittelschwabenGeislingen. Der Sport mit der Waffe soll nicht eingeschränkt werden. Das sicherten die beiden Landespolitiker Sascha Binder (SPD) und Jörg Matthias Fritz (Grüne) nach dem Besuch im Geislinger Schützenverein zu.

In knapp zweieinhalb Stunden bekamen die beiden Landtagsabgeordneten Sascha Binder (SPD) aus Geislingen und Jörg Matthias Fritz (Grüne) aus Göppingen am Samstag eine fachliche Einführung in die Waffen, mit denen es die Sportschützen in Deutschland in der Regel zu tun haben. Ort des Geschehens war das Gelände des Geislinger Schützenvereins im Längental.  Es war Bezirksschützenmeister Roland Fröhlich, der die beiden Wahlkreisabgeordneten beim Kreisschützentag im Januar in Bad Boll – wo beide desinteressiert abseits gesessen haben sollen – zu einerInformationsrunde bei einem Schützenverein eingeladen hatte. Beide sagten damals spontan zu, da das Thema Waffenund Schützenvereine seit dem Amoklauf von Winnenden bei allen politischen Fraktionen einen hohen Stellenwert genießt – und umstritten ist. Binder und Fritz sind sich in dem Thema einig: Sie wollten keinesfalls gegen Sportschützen und ihre Vereine vorgehen. Ob ein generelles Verbot gut wäre und Wirkung hätte, bezweifeln beide. Fritz kann sich zum Beispiel eine strikte Trennung von Waffe und Munition vorstellen, das seines Erachtens die Situation entschärfen und mehr Sicherheit bedeuten würde. Jedes Schützenvereinsmitglied könne ein eigenes Schließfach mit Zentralschlüssel beim Verein und dem Depotschlüssel beim Schützen haben. Dort bewahre der Schütze die Munition auf. Die Waffe könne er durchaus zu Hause unter Verschluss halten. Bezirksschützenmeister Roland Fröhlich lehnt den generell geforderten Hausbesuch eines Waffenkontrolleurs vom Landratsamt zu Hause beim Waffeninhaber strikt ab. Binder kann das nachvollziehen, zumal die juristische Handhabe sehr dünn sei. Binder erinnert an das hohe Recht der Unverletzlichkeit der Wohnung. Um heute überhaupt an eine eigene Waffe zu kommen, ist laut Bezirksschützenmeister die Mitgliedschaft in einem Schützenverein kaum umgehbar. Demgegenüber haben die Abgeordneten den Eindruck, dass man selbst ohne Waffenbesitzkarte und ohne Mitgliedschaft in einem Verein vielerorts an eine Schusswaffe kommen kann. Heute sei es Pflicht der Vereine, einen Vereinsaustritt eines Mitglieds sofort an das Landratsamt weiter zu melden. Binder hielt die Einladung des Bezirksschützenmeisters für sehr sinnvoll: “Jetzt kennen wir Abläufe und wissen, von was wir sprechen, wenn es um Entscheidungen geht.” Er und Fritz nutzten am Samstag die Gelegenheit, selbst mal eine Waffe in die Hand zu nehmen und auf die kleinen Scheiben zu zielen. Die beiden Politiker erhielten eine Einführung in die Waffenkunde und einen Einblick in die zum Teil 92 unterschiedlichen Disziplinen der Sportschützen.